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14. März 2026 · 6 Min. Lesezeit

Eigenkapital beim Immobilienkauf — wie viel brauche ich wirklich?

Banken verlangen meist 20–30 % Eigenkapital. Wir erklären warum, was als Eigenkapital zählt, was bei weniger EK passiert und wie Sie die optimale Finanzierungsstruktur für Ihre Situation finden.

Eigenkapital entscheidet darüber, ob eine Bank überhaupt finanziert, zu welchem Zinssatz und wie hoch die monatliche Belastung ausfällt. Die gängige Empfehlung lautet mindestens 20 % — aber was steckt dahinter, und was zählt überhaupt dazu?

Was zählt als Eigenkapital?

Ersparnisse: Giro-, Tages- oder Festgeldkonten — zählen voll und ohne Abschlag.
Wertpapiere: Aktien und ETFs — Banken setzen diese oft mit einem Risikoabschlag von 10–30 % an.
Bausparvertrag-Guthaben: Zählt voll als Eigenkapital und ermöglicht zudem eine planbare Anschlussfinanzierung.
Schenkungen und Erbschaften: Zählen voll — Freibetrag Eltern → Kind: 400.000 € alle 10 Jahre (Schenkungsteuer).
Muskelhypothek: Handwerkliche Eigenleistungen — manche Banken erkennen diese begrenzt als Eigenkapital an.
Nicht als Eigenkapital: KfW-Förderdarlehen gelten als Fremdkapital. Aufgenommene Verbraucherkredite zur EK-Aufstockung werden von Banken erkannt und negativ gewertet.

Warum 20 %? Die Logik dahinter

Kaufnebenkosten — Grunderwerbsteuer, Notar, ggf. Makler — betragen in Deutschland typischerweise 7–12 % des Kaufpreises. Banken finanzieren diese Kosten nicht mit. Sie müssen vollständig aus Eigenkapital bezahlt werden.

Bei 10 % Kaufnebenkosten und 20 % Eigenkapital verbleiben tatsächlich nur 10 % als EK auf den Kaufpreis selbst — die Bank finanziert 90 %, was noch als akzeptabler Beleihungsauslauf gilt.

Beleihungsauslauf und Zinssatz

Beispiel: Kaufpreis 300.000 €, Kaufnebenkosten 30.000 €

EigenkapitalDarlehenBeleihungsauslauf
10 % (30.000 €)300.000 €100 %
20 % (60.000 €)270.000 €90 %
30 % (90.000 €)240.000 €80 %

Der Zinsunterschied zwischen 80 % und 100 % Beleihung beträgt oft 0,5–1,0 % p. a. Über 25 Jahre Laufzeit sind das schnell 30.000–60.000 € Mehrkosten.

Was passiert bei wenig Eigenkapital?

Vollfinanzierungen (100 % oder 110 % inkl. Nebenkosten) sind möglich — aber nur für Käufer mit sehr guter Bonität und sicherem Einkommen. Die Nachteile:

Deutlich höherer Zinssatz — oft 1–1,5 % über dem Marktzins
Höhere monatliche Belastung durch größeres Darlehen
Kein Puffer: bei Preisrückgängen droht ein Darlehen über dem Immobilienwert
Manche Banken lehnen Vollfinanzierungen grundsätzlich ab

Eigenkapital aufbauen

ETF-Sparplan: Über 5–10 Jahre deutlich ertragsstärker als Tagesgeld. Kurz vor dem Kauf in sichere Anlageformen umschichten.
Bausparvertrag: Guthaben zählt voll als Eigenkapital und ermöglicht eine planbare Anschlussfinanzierung.
Schenkungen nutzen: Freibetrag Eltern → Kind: 400.000 € alle 10 Jahre — kann erhebliches Eigenkapital mobilisieren.
Muskelhypothek: Handwerkliche Eigenleistungen können manche Banken bis zu einem bestimmten Betrag anerkennen.

Das Wichtigste im Überblick

Mindestens 20 % Eigenkapital empfohlen — davon gehen ~10 % für Kaufnebenkosten ab
Höheres EK = niedrigerer Beleihungsauslauf = günstigerer Zinssatz
Der Zinsunterschied kann über die Laufzeit zehntausende Euro ausmachen
Vollfinanzierungen sind möglich, aber teuer und risikoreich
ETF-Sparplan und Bausparvertrag sind die effektivsten Wege zum EK-Aufbau

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Angaben ohne Gewähr — Gesetze und Rechtsprechung können sich ändern. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Rechtsanwalt oder Steuerberater.

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