Von Laurin Schlereth · 14. März 2026 · 6 Min. Lesezeit
Mietrendite berechnen — Brutto, Netto & Kaufpreisfaktor
Brutto-Mietrendite, Netto-Mietrendite und Kaufpreisfaktor: die drei Kennzahlen der Immobilienbewertung — mit Beispielen korrekt berechnen.
Wer eine Immobilie als Kapitalanlage kauft, braucht eine klare Antwort auf eine Frage: Lohnt sich das? Die Mietrendite liefert diese Antwort. Sie setzt den jährlichen Mietertrag ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital und macht Immobilien vergleichbar — untereinander und mit anderen Anlageformen.
Mietrendite berechnen
Brutto-Rendite, Netto-Rendite und Kaufpreisfaktor — kostenlos, direkt im Browser, mit PDF-Export.
Zum Rendite-Rechner →Brutto-Mietrendite: schnelle Orientierung
Die Brutto-Mietrendite ist die einfachste Kennzahl für einen ersten Überblick:
Beispiel: Kaufpreis 300.000 €, Kaltmiete 1.200 € / Monat (= 14.400 € p. a.) → Brutto-Rendite = 4,8 %
Die Brutto-Rendite ist immer zu optimistisch — sie ignoriert Kaufnebenkosten, Leerstand und Bewirtschaftungskosten.
Netto-Mietrendite: die ehrliche Zahl
Die Netto-Mietrendite berücksichtigt drei zusätzliche Faktoren:
Beispiel: Kaufpreis 300.000 €, Nebenkosten 10 % → Gesamtinvestition 330.000 €. Jahresmiete 14.400 €, Bewirtschaftung 2.400 €, Leerstand 432 € → Netto-Ertrag 11.568 €. → Netto-Rendite = 3,5 %
Bewirtschaftungskosten realistisch ansetzen
Der häufigste Grund für eine geschönte Rendite sind zu niedrig kalkulierte Bewirtschaftungskosten. Drei Posten gehören immer hinein:
Richtwert nach § 28 II. BV (verordnungsrechtlich nur für preisgebundenen Wohnraum, jährlich indexiert) — für frei finanzierte Objekte lediglich Orientierung.
Kaufpreisfaktor
Der Kaufpreisfaktor (Vervielfältiger) ist das Gegenstück zur Brutto-Rendite und weit verbreitet bei der Schnellbewertung:
| Faktor | Brutto-Rendite | Typische Lage |
|---|---|---|
| 15–18x | 5,5–6,7 % | Ländlich, C-Städte |
| 20–25x | 4,0–5,0 % | B-Städte, Mittelzentren |
| 25–35x | 2,9–4,0 % | Großstädte, A-Lagen |
| 35x+ | unter 2,9 % | München, Frankfurt Top |
Was ist eine gute Mietrendite?
Eigenkapitalrendite: warum Profis finanzieren
Die Mietrendite misst die Verzinsung des gesamten Kapitals. Wer mit Kredit kauft, interessiert sich aber für die Eigenkapitalrendite — die Verzinsung des eigenen eingesetzten Geldes. Solange die Objektrendite über dem Darlehenszins liegt, hebt der Kredit die Eigenkapitalrendite über die Objektrendite (Leverage- oder Hebel-Effekt):
Beispiel (Fortführung: 330.000 € Gesamtinvestition, 3,5 % Nettorendite; davon 220.000 € Darlehen zu 3,0 % und 110.000 € Eigenkapital):
Aus 3,5 % Objektrendite werden 4,5 % auf das Eigenkapital — weil die Immobilie mehr erwirtschaftet, als der Kredit kostet. Achtung: Der Hebel wirkt in beide Richtungen. Liegt der Zins über der Objektrendite, sinkt die Eigenkapitalrendite unter die Objektrendite und kann negativ werden.
Häufige Fehler bei der Renditeberechnung
Die Rendite ist der erste Filter — die eigentliche Kaufentscheidung fällt über Lage, Zustand und Mietermarkt. Wie Sie Objekte auswählen, Risiken begrenzen und die Finanzierung aufstellen, lesen Sie im Strategie-Artikel.