Von Laurin Schlereth · · Aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit
Grundbuch einfach erklärt — Aufbau, Eintragungen und Rechte
Das Grundbuch: zentrales Register für Immobilieneigentum. Aufbau, Abteilungen, Grundschulden und Dienstbarkeiten erklärt — so lesen Sie einen Grundbuchauszug.
Das Grundbuch ist das amtliche Register für Grundstücke und Immobilien in Deutschland. Es wird beim Amtsgericht (Grundbuchamt) geführt und dokumentiert, wem ein Grundstück gehört, welche Rechte daran bestehen und welche Belastungen eingetragen sind. Eigentum an Immobilien entsteht in Deutschland erst mit der Grundbucheintragung — nicht schon beim Notartermin.
Die drei Abteilungen des Grundbuchs
Jedes Grundbuchblatt ist in ein Bestandsverzeichnis und drei Abteilungen gegliedert.
Abteilung II im Detail: Rechte Dritter
Abteilung III: Grundschuld vs. Hypothek
| Art | Akzessorisch? | Praxisrelevanz |
|---|---|---|
| Grundschuld | Nein — bleibt nach Darlehensrückzahlung bestehen | Heute Standardform |
| Hypothek | An das Darlehen gekoppelt — sie erlischt aber nicht von selbst, sondern geht mit der Tilgung als Eigentümergrundschuld auf den Eigentümer über (§§1163, 1177 BGB) und bleibt bis zur Löschung eingetragen | Kaum noch verwendet |
Wichtig: Eine Grundschuld bleibt nach vollständiger Darlehensrückzahlung im Grundbuch stehen, bis sie aktiv gelöscht wird. Das muss der Eigentümer selbst veranlassen.
Grundbuchauszug: Wer darf ihn einsehen?
Ein Grundbuchauszug ist eine beglaubigte Abschrift des aktuellen Grundbuchblatts. Wer eine Immobilie kaufen möchte, sollte ihn vor dem Notartermin lesen — er zeigt alle Belastungen, Rechte und den eingetragenen Eigentümer.
Einen Auszug beantragen dürfen Personen mit berechtigtem Interesse: eingetragene Eigentümer, Käufer mit Kaufabsicht (mit entsprechendem Nachweis), Notare und Banken. Die Kosten liegen bei etwa 10–20 € für einen einfachen Auszug.
Was beim Kauf unbedingt geprüft werden muss
Die Auflassungsvormerkung: Schutz für den Käufer
Zwischen dem Notartermin und der tatsächlichen Eigentumsumschreibung vergehen oft Wochen bis Monate — weil Genehmigungen, Vorkaufsrechtsverzichte und die Kaufpreiszahlung abgewickelt werden müssen.
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