Von Laurin Schlereth · · Aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit
Kaltmiete und Warmmiete: Unterschied 720 + 180 = 900
Unterschied Kaltmiete und Warmmiete: Kaltmiete ist die Grundmiete ohne Betriebskosten, Warmmiete enthält sie inkl. Heizung. 80 m²: 720 € + 180 € = 900 €.
Auf einen Blick
Der Unterschied zwischen Kaltmiete und Warmmiete: Kaltmiete ist die Grundmiete ohne Betriebskosten. Warmmiete ist Kaltmiete plus Betriebskosten einschließlich Heizung und Warmwasser (§ 556 BGB, § 2 BetrKV). Beispiel 80 m²: 720 € Kaltmiete + 180 € Nebenkosten = 900 € Warmmiete.
„Kaltmiete 720 €, Warmmiete 900 €" — in fast jedem Wohnungsinserat stehen beide Zahlen nebeneinander, und genau hier passiert der teuerste Vergleichsfehler bei der Wohnungssuche: Wer zwei Angebote nur nach der Kaltmiete vergleicht, übersieht, dass sich die 180 € Differenz zwischen kalt und warm je nach Energieträger, Gebäudejahr und Heizart stark unterscheiden. Die günstigere Kaltmiete kann am Ende die teurere Wohnung sein.
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Kaltmiete (Nettokaltmiete)
Die Kaltmiete — auch Nettokaltmiete oder Nettomiete genannt — ist der reine Mietpreis für die Überlassung der Wohnung ohne jegliche Nebenkosten. Sie ist der Betrag, der ausschließlich für das Wohnen selbst gezahlt wird: Quadratmeter mal Mietpreis pro m².
Die Kaltmiete ist die Basis für Mieterhöhungsverfahren, Mietspiegel-Vergleiche und Mietpreisbremse-Berechnungen. Das Statistische Bundesamt bezeichnet als Nettokaltmiete (häufig auch Kaltmiete) den monatlichen Betrag, der als Entgelt für die Überlassung der Wohnung vereinbart ist.
Nettokaltmiete vs. Bruttokaltmiete
Es gibt noch eine weitere Unterscheidung, die oft für Verwirrung sorgt:
Was ist in der Warmmiete enthalten?
Nach der Abgrenzung des Statistischen Bundesamts setzen sich Kaltmiete und Warmmiete so zusammen:
| Bestandteil | Abgrenzung |
|---|---|
| Kaltmiete (Nettokaltmiete) | Entgelt für die Überlassung der Wohnung |
| Kalte Nebenkosten | Unter anderem Wasser, Abwasser, Müll, Straßenreinigung, Hausverwaltung, umgelegte Grundsteuer und Gebäudeversicherung — Zahlungen an den Vermieter |
| Bruttokaltmiete | Nettokaltmiete plus kalte Nebenkosten |
| Warme Nebenkosten | Heizung und Warmwasser; DMB-Betriebskostenspiegel 2024: Ø 1,32 €/m², in der Spitze 2,18 €/m² |
| Warmmiete (Bruttowarmmiete) | Bruttokaltmiete plus warme Nebenkosten |
| Kosten an Dritte | Wohnkosten nicht an den Vermieter, zum Beispiel Strom an den Versorger — nicht Teil der Bruttowarmmiete |
Stand: FAQ Mikrozensus Zusatzprogramm Wohnen, Statistisches Bundesamt · Heizung/Warmwasser: Betriebskostenspiegel 2024 des Deutschen Mieterbunds (Abrechnungsjahr 2024)
Beispielrechnung: Warm- vs. Kaltmiete
Typische Nebenkosten-Höhe in Deutschland
Laut Betriebskostenspiegel 2024 des Deutschen Mieterbunds liegen die Betriebskosten im Schnitt bei 2,67 €/m² monatlich inklusive Heizung; fallen alle Kostenarten an, bis 3,68 €/m². Für eine 80-m²-Wohnung sind das rund 214 € monatliche Vorauszahlung, bei voller Umlage bis rund 294 €. Mit dem Nebenkosten-Rechner können Sie Ihre voraussichtlichen Betriebskosten individuell abschätzen.
Vorauszahlung und Betriebskostenpauschale
Betriebskosten können auf zwei Arten im Mietvertrag geregelt werden:
Worauf bei Wohnungsinseraten achten?
In Wohnungsinseraten stehen oft Kaltmiete und Warmmiete nebeneinander. Die folgenden Punkte unterscheiden die Angaben:
Die zweite Miete: Nebenkosten im Blick behalten
Der Deutsche Mieterbund bezeichnet die Betriebskosten als sogenannte zweite Miete: im Abrechnungsjahr 2024 im Schnitt 2,67 €/m² monatlich, bis 3,68 €/m² wenn alle Kostenarten anfallen. Wer nur auf die Kaltmiete schaut, unterschätzt die tatsächliche Mietbelastung erheblich — vor allem bei schlecht isolierten Gebäuden mit hohem Energiebedarf.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Kaltmiete und Warmmiete?
Die Kaltmiete (Nettokaltmiete) ist die Grundmiete ohne Betriebskosten. Die Warmmiete (Bruttowarmmiete) ist Kaltmiete plus alle umgelegten Betriebskosten einschließlich Heizung und Warmwasser (§ 556 BGB, § 2 BetrKV). Beispiel 80 m²: 720 € Kaltmiete + 180 € Nebenkosten = 900 € Warmmiete.
Sind Strom und Internet in der Warmmiete enthalten?
Nein. Haushaltsstrom und der eigene Internetvertrag gehören nicht zu den Betriebskosten nach § 2 BetrKV und stehen deshalb nicht in der Warmmiete. Umlagefähig ist nur der Strom für gemeinsam genutzte Gebäudeteile und die Außenbeleuchtung (§ 2 Nr. 11 BetrKV).
Wie hoch sind die durchschnittlichen Nebenkosten in Deutschland?
Laut Betriebskostenspiegel 2024 des Deutschen Mieterbunds (Abrechnungsjahr 2024) liegen die Betriebskosten im Schnitt bei 2,67 €/m² monatlich inklusive Heizung; fallen alle Kostenarten an, bis 3,68 €/m². Für eine 80-m²-Wohnung sind das rund 214 € im Monat, bei voller Umlage bis rund 294 €.
Was ist der Unterschied zwischen Vorauszahlung und Betriebskostenpauschale?
Bei der Vorauszahlung zahlt der Mieter monatliche Abschläge; über sie ist jährlich abzurechnen — Nachzahlung oder Guthaben sind möglich (§ 556 Abs. 2 und 3 BGB). Bei der Betriebskostenpauschale ist ein fester Betrag vereinbart, ohne Jahresabrechnung. Erhöhungen darf der Vermieter anteilig umlegen, soweit der Mietvertrag das vorsieht; bei Ermäßigung ist die Pauschale herabzusetzen (§ 560 Abs. 1 und 3 BGB).
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