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Von Laurin Schlereth · 15. Juni 2026 · 5 Min. Lesezeit

Bereitstellungszinsen — wann sie anfallen & wie viel

Bereitstellungszinsen: Was die Bank für den nicht abgerufenen Darlehensteil verlangt, wie lange die bereitstellungsfreie Zeit gilt und wie Sie sie senken.

Auf einen Blick

Bereitstellungszinsen berechnet die Bank für den noch nicht ausgezahlten Teil eines Darlehens, sobald die bereitstellungsfreie Zeit (meist 3–12 Monate) abgelaufen ist. Üblich sind 0,25 % pro Monat (= 3 % pro Jahr) auf den offenen Betrag. Relevant vor allem bei Neubau und Kauf mit Auszahlung in Raten.

Wer ein Haus baut oder eine Wohnung im Neubau kauft, ruft das Darlehen selten auf einen Schlag ab — die Bank zahlt nach Baufortschritt. Für das Geld, das schon zugesagt, aber noch nicht abgerufen ist, verlangen viele Banken Bereitstellungszinsen. Sie sind ein oft unterschätzter Kostenfaktor.

Was sind Bereitstellungszinsen?

Sobald die Bank ein Darlehen zusagt, hält sie das Geld für Sie bereit — und refinanziert es ihrerseits. Solange Sie es nicht abrufen, entstehen ihr Kosten, die sie über Bereitstellungszinsen weitergibt. Berechnet wird immer nur auf den noch nicht ausgezahlten Teil. Sobald das gesamte Darlehen abgerufen ist, fallen keine Bereitstellungszinsen mehr an.

Die bereitstellungsfreie Zeit

Entscheidend ist der Zeitraum, in dem noch nichts berechnet wird — die bereitstellungsfreie Zeit. Sie ist verhandelbar und ein wichtiges Kriterium beim Bankvergleich:

Üblich: 3–6 Monate: Für einen normalen Kauf mit zügiger Abwicklung meist ausreichend.
Neubau: 6–12 Monate: Beim Bauen sinnvoll, weil die Auszahlung sich über viele Monate zieht. Manche Banken bieten bis 24 Monate.
Verhandeln lohnt sich: Eine längere bereitstellungsfreie Zeit ist oft günstiger zu bekommen als ein minimal niedrigerer Zins — und spart bei langer Bauzeit mehr.

Rechenbeispiel

Ein Bauherr hat ein Darlehen über 400.000 € zugesagt. Nach Ablauf der bereitstellungsfreien Zeit sind noch 150.000 € nicht abgerufen. Bei 0,25 % Bereitstellungszins pro Monat:

150.000 € × 0,25 % = 375 € pro Monat
über 4 Monate offenen Betrag = rund 1.500 € Zusatzkosten

Der Betrag sinkt, je weiter der Bau fortschreitet und Geld abgerufen wird. Diese Kosten gehören in jede ehrliche Hausbau-Kalkulation — sie werden gern vergessen.

So vermeiden oder senken Sie Bereitstellungszinsen

Lange bereitstellungsfreie Zeit aushandeln: Das wirksamste Mittel — am besten passend zur erwarteten Bauzeit plus Puffer.
Auszahlung nach Baufortschritt steuern: Rechnungen bündeln und Mittel zügig abrufen, statt das Darlehen unnötig lange liegen zu lassen.
Eigenkapital zuerst einsetzen: Wer erst das Eigenkapital verbaut und das Darlehen später abruft, verkürzt die Phase mit offenem Betrag.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Angaben ohne Gewähr — Gesetze und Rechtsprechung können sich ändern. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Rechtsanwalt oder Steuerberater.

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