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Glossar: Mietrecht, Nebenkosten & Immobilien

Die wichtigsten Begriffe rund um Nebenkostenabrechnung, Mietrecht und Immobilien — kurz und präzise erklärt, jeweils mit Bezug zum Gesetz. Stand 2025/2026.

Betriebskosten§ 556 BGB, § 1 BetrKV
Laufende Kosten, die dem Eigentümer durch das Eigentum am Grundstück oder den bestimmungsmäßigen Gebrauch des Gebäudes entstehen. Welche Kosten umlagefähig sind, regelt abschließend die Betriebskostenverordnung (BetrKV). Umlagefähige Nebenkosten
Nebenkosten§ 556 BGB
Umgangssprachlicher Sammelbegriff für die neben der Grundmiete (Kaltmiete) anfallenden Kosten. Rechtlich identisch mit den umlagefähigen Betriebskosten nach BetrKV. Nebenkostenabrechnung Leitfaden
Umlageschlüssel§ 556a BGB
Maßstab, nach dem die Gesamtkosten auf die einzelnen Mieter verteilt werden — z. B. Wohnfläche, Personenzahl, Wohneinheiten oder Verbrauch. Ohne Vereinbarung gilt die Wohnfläche als gesetzlicher Standard.
Abrechnungsfrist§ 556 Abs. 3 BGB
Der Vermieter muss die Nebenkostenabrechnung dem Mieter spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums zustellen. Danach sind Nachforderungen grundsätzlich ausgeschlossen. Nebenkostenabrechnung Fristen
Einwendungsfrist§ 556 Abs. 3 BGB
Der Mieter hat nach Zugang der Abrechnung 12 Monate Zeit, Einwendungen geltend zu machen. Nach Ablauf kann er die Abrechnung in der Regel nicht mehr beanstanden. Widerspruch einlegen
Vorauszahlung§ 556 Abs. 2 BGB
Monatlich im Voraus gezahlter Abschlag auf die Betriebskosten, der jährlich abgerechnet wird. Daraus ergibt sich eine Nachzahlung oder ein Guthaben. Abzugrenzen von der Betriebskostenpauschale. Vorauszahlung vs. Pauschale
Betriebskostenpauschale§ 556 Abs. 2 BGB
Fester monatlicher Betrag für Betriebskosten ohne spätere Abrechnung. Es gibt weder Nachzahlung noch Guthaben — der Vermieter trägt das Risiko von Kostensteigerungen. Pauschalmiete & Nebenkosten
Kaltmiete
Die reine Grundmiete für die Überlassung der Wohnung, ohne Betriebskosten. Sie ist Grundlage für Mieterhöhungen und die Kappungsgrenze. Kaltmiete vs. Warmmiete
Warmmiete
Die Gesamtmiete inklusive Betriebskosten-Vorauszahlung (Kaltmiete + Nebenkosten). Sie ist der Betrag, den der Mieter tatsächlich monatlich überweist. Kaltmiete vs. Warmmiete
Mietkaution§ 551 BGB
Sicherheitsleistung des Mieters, höchstens drei Nettokaltmieten. Sie muss vom Vermieter getrennt vom eigenen Vermögen und verzinslich angelegt werden. Kaution zurückfordern
Kappungsgrenze§ 558 Abs. 3 BGB
Obergrenze für Mieterhöhungen bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete: höchstens 20 % in drei Jahren, in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt höchstens 15 %. Mieterhöhung
Mietpreisbremse§ 556d BGB
In angespannten Wohnungsmärkten darf die Miete bei Neuvermietung höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausnahmen gelten für Neubau und umfassende Modernisierung. Mietpreisbremse 2025
Ortsübliche Vergleichsmiete§ 558 Abs. 2 BGB
Das übliche Mietniveau für vergleichbaren Wohnraum in der Gemeinde, meist aus dem Mietspiegel abgeleitet. Maßstab für Mieterhöhungen und die Mietpreisbremse. Mietspiegel erklärt
Mietminderung§ 536 BGB
Recht des Mieters, die Miete bei einem Mangel der Wohnung angemessen zu kürzen. Die Höhe richtet sich nach Art und Schwere der Beeinträchtigung. Mietminderung Tabelle
HeizkostenverordnungHeizkostenV
Schreibt vor, dass Heiz- und Warmwasserkosten überwiegend (50–70 %) verbrauchsabhängig abgerechnet werden müssen. Bei Verstoß darf der Mieter um 15 % kürzen. Heizkostenverordnung
CO2-KostenaufteilungCO2KostAufG
Seit 2023 werden die CO2-Kosten für Heizung nach einem Stufenmodell zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt — je schlechter der energetische Zustand, desto höher der Vermieteranteil (bis 95 %).
GrundsteuerGrStG, § 2 Nr. 1 BetrKV
Gemeindesteuer auf Grundbesitz, die als einzige Steuer auf den Mieter umgelegt werden darf. Seit der Grundsteuerreform 2025 neu berechnet. Grundsteuer in Nebenkosten
GrunderwerbsteuerGrEStG
Einmalige Steuer beim Immobilienkauf, je nach Bundesland 3,5 % bis 6,5 % des Kaufpreises. Größter Posten der Kaufnebenkosten. Grunderwerbsteuer Bundesländer
AfA (Abschreibung)§ 7 EStG
Absetzung für Abnutzung — Vermieter können den Gebäudewert (nicht den Grundstücksanteil) jährlich steuerlich abschreiben, in der Regel mit 2 % oder 3 % linear. AfA bei Immobilien
Spekulationssteuer§ 23 EStG
Steuer auf den Gewinn beim Verkauf einer Immobilie innerhalb von 10 Jahren nach Kauf. Bei durchgängiger Eigennutzung entfällt sie. Spekulationssteuer
Kaufpreisfaktor
Verhältnis von Kaufpreis zur Jahresnettokaltmiete. Er zeigt, nach wie vielen Jahresmieten sich der Kaufpreis amortisiert — je niedriger, desto rentabler die Kapitalanlage. Mietrendite berechnen
Modernisierungsumlage§ 559 BGB
Nach einer Modernisierung darf der Vermieter 8 % der Kosten jährlich auf die Miete umlegen, begrenzt durch eine Kappung von 2 bzw. 3 €/m² in sechs Jahren. Modernisierungsrechner
Hinweis: Dieses Glossar dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist stets der jeweils aktuelle Gesetzestext.