Von Laurin Schlereth · · 5 Min. Lesezeit
NRW: FDP will Grunderwerbsteuer auf 5 % senken
FDP-Gesetzentwurf 18/21628: Grunderwerbsteuer in NRW ab 2027 von 6,5 auf 5 % senken. Oppositionsentwurf, nicht beschlossen. Stand, Kosten, Rechenbeispiel.
Auf einen Blick
Die FDP-Fraktion im Landtag NRW will die Grunderwerbsteuer ab 1. Januar 2027 von 6,5 % auf 5 % senken (Drs. 18/21628). Das ist ein Entwurf der Opposition, kein beschlossenes Gesetz: Der Landtag hat ihn am 14. Oktober 2026 nach der ersten Lesung an die Ausschüsse überwiesen. Bis auf Weiteres gelten 6,5 %.
Nordrhein-Westfalen gehört mit 6,5 Prozent zu den Ländern mit dem höchsten Grunderwerbsteuersatz; die Sätze aller Länder zeigt Grunderwerbsteuer nach Bundesländern. Regiert wird das Land von CDU und Grünen. Die FDP ist in der Opposition, ihr Entwurf braucht eine Mehrheit im Landtag.
Was der Entwurf vorsieht
| Punkt | Inhalt laut Entwurf |
|---|---|
| Steuersatz | § 1 Abs. 1: 5 statt 6,5 vom Hundert |
| Anwendung | Erwerbsvorgänge, die ab dem 1. Januar 2027 verwirklicht werden |
| Inkrafttreten | 1. Januar 2027 |
| Perspektive | Rückführung auf 3,5 Prozent (Begründung, ohne Gesetzesänderung) |
| Mindereinnahmen | rechnerisch rund 882 Mio. Euro; mit dynamischen Effekten rund 650 Mio. Euro für 2027 |
| Kommunen | 4/7 über den Steuerverbund; Ausfälle sollen kompensiert werden, keine Auswirkung auf das GFG 2027 |
Stand: 21.10.2026 · Quelle: Landtag NRW, Drucksache 18/21628 vom 06.10.2026; Beschlussprotokoll der 132. Sitzung vom 14.10.2026
Die FDP begründet den Entwurf mit den Erwerbsnebenkosten, die meist aus Eigenkapital zu zahlen seien und vor allem junge Familien belasteten. Zudem wirke die Steuer als Transaktionssteuer bremsend auf Umzüge. Das sind die Argumente der antragstellenden Fraktion.
Beratung im Landtag
In der Plenarsitzung am 14. Oktober 2026 wurde der Entwurf in erster Lesung beraten und mit den Stimmen aller Fraktionen an den Haushalts- und Finanzausschuss (federführend), den Ausschuss für Bauen, Wohnen und Digitalisierung sowie den Ausschuss für Heimat und Kommunales überwiesen. Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) verwies laut Plenarprotokoll auf die Wohneigentumsförderung der NRW.BANK und auf die im Bund vereinbarte Möglichkeit einer flexibleren Grunderwerbsteuer, für die noch keine Gesetzesinitiative der Bundesregierung vorliege. Er habe den Eindruck, dass es sich „mehr um politisches Recycling als um neue Ideen der FDP“ handle.
Was eine Senkung beim Kauf bedeuten würde
| Kaufpreis | 6,5 % (geltend) | 5 % (Entwurf) | Differenz |
|---|---|---|---|
| 250.000 € | 16.250 € | 12.500 € | 3.750 € |
| 400.000 € | 26.000 € | 20.000 € | 6.000 € |
| 600.000 € | 39.000 € | 30.000 € | 9.000 € |
Stand: 21.10.2026 · Eigene Rechnung; Bemessungsgrundlage vereinfacht als Kaufpreis
Maßgeblich wäre nach dem Entwurf, wann der Erwerbsvorgang verwirklicht wird, nicht der Tag der Eintragung im Grundbuch. Wie sich die Kaufnebenkosten insgesamt zusammensetzen, zeigt Kaufnebenkosten berechnen. Ob und wann der Entwurf beschlossen wird, ist offen.
Häufige Fragen
Sinkt die Grunderwerbsteuer in NRW 2027 auf 5 Prozent?
Das ist nicht beschlossen. Die FDP-Fraktion hat als Opposition einen Gesetzentwurf eingebracht (Drucksache 18/21628), der den Satz ab 1. Januar 2027 von 6,5 auf 5 Prozent senken würde. Der Landtag hat ihn am 14. Oktober 2026 nach der ersten Lesung an die Ausschüsse überwiesen.
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in NRW derzeit?
6,5 Prozent. Der Satz gilt seit dem 1. Januar 2015, davor lag er seit dem 1. Oktober 2011 bei 5 Prozent.
Wie viel würde man beim Kauf sparen?
Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro betrüge die Steuer mit 6,5 Prozent 26.000 Euro, mit 5 Prozent 20.000 Euro, also 6.000 Euro weniger. Maßgeblich wäre nach dem Entwurf, dass der Erwerbsvorgang ab dem 1. Januar 2027 verwirklicht wird.
Was kostet die Senkung das Land?
Laut Entwurf rechnerisch rund 882 Millionen Euro bei unverändertem Transaktionsvolumen. Unter Berücksichtigung zusätzlicher Transaktionen geht die FDP von Mindereinnahmen von rund 650 Millionen Euro für 2027 aus.
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