Von Laurin Schlereth · · 8 Min. Lesezeit
Heizspiegel 2026 — was die Tabelle nicht beweist
70 m², Abrechnungsjahr 2025: Gas 1.170 €, Öl 1.030 €, Fernwärme 1.295 €. Der Heizspiegel ist kein gesetzlicher Deckel.
Auf einen Blick
Der Heizspiegel 2026 von co2online, Deutschem Mieterbund und Bauherren-Schutzbund (22. September 2026) nennt für eine beispielhafte Wohnung von 70 m² im Mehrfamilienhaus im Abrechnungsjahr 2025: Erdgas 1.170 €, Heizöl 1.030 €, Fernwärme 1.295 €, Wärmepumpe 715 €, Holzpellets 735 €. Das ist ein Vergleichswert, keine Obergrenze der Nebenkostenabrechnung.
Die Heizkostenabrechnung prüft man an der Heizkostenverordnung: 50 bis 70 Prozent der Kosten nach dem erfassten Verbrauch, der Rest nach Wohn- oder Nutzfläche oder nach umbautem Raum (§ 7 Abs. 1 HeizkostenV). § 12 kürzt den Anteil um 15 Prozent, wenn nicht verbrauchsabhängig abgerechnet wird. Der Heizspiegel ist diese Voraussetzung nicht. Er ordnet ein, was eine Beispielwohnung in dem erfassten Bestand gezahlt hat. Wer über dem Tabellenwert liegt, hat damit noch keinen Fehler in der Abrechnung.
70 m² im Mehrfamilienhaus
| Energieträger | Abrechnungsjahr 2025 | Prognose 2026 |
|---|---|---|
| Erdgas | 1.170 € (+14 %) | 1.120 € (−4 %) |
| Heizöl | 1.030 € (0 %) | 1.275 € (+24 %) |
| Fernwärme | 1.295 € (+6 %) | 1.310 € (+1 %) |
| Wärmepumpe | 715 € (+5 %) | 735 € (+3 %) |
| Holzpellets | 735 € (+20 %) | 860 € (+17 %) |
Stand: 22. September 2026 · Quelle: Deutscher Mieterbund, Heizspiegel 2026, Tabelle für eine durchschnittliche 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus. Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Klammern. Die Spalte 2026 ist die Prognose von co2online, keine Abrechnung.
130 m² im Einfamilienhaus
Dieselbe Veröffentlichung setzt daneben ein Einfamilienhaus von 130 m². Heizöl bleibt 2025 fast unverändert und trägt den starken Anstieg erst in der Prognose für 2026.
| Energieträger | Abrechnungsjahr 2025 | Prognose 2026 |
|---|---|---|
| Erdgas | 2.040 € (+15 %) | 1.930 € (−5 %) |
| Heizöl | 2.145 € (+1 %) | 2.745 € (+28 %) |
| Fernwärme | 2.040 € (+3 %) | 2.055 € (+1 %) |
| Wärmepumpe | 1.260 € (+5 %) | 1.300 € (+3 %) |
| Holzpellets | 1.415 € (+24 %) | 1.740 € (+23 %) |
Quelle: dieselbe Mitteilung, Tabelle Einfamilienhaus 130 m². mieterbund.de, Heizspiegel 2026
Was die Zahl nicht beweist
Die Nebenkosten-Richtwerte und der Artikel warum die Nebenkosten gestiegen sind bleiben die Seiten für die Abrechnung im Ganzen. Den eigenen Verbrauch gegen Brennstoffpreise zu setzen, macht der Energiekostenrechner. Er ersetzt den Heizspiegel nicht, und der Heizspiegel ersetzt keine Abrechnung.
Häufige Fragen
Was kostet Heizen laut Heizspiegel 2026 in einer 70-m²-Wohnung?
Für eine durchschnittliche 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus nennt der Heizspiegel im Abrechnungsjahr 2025: Erdgas 1.170 Euro, Heizöl 1.030 Euro, Fernwärme 1.295 Euro, Wärmepumpe 715 Euro, Holzpellets 735 Euro. Herausgeber sind co2online, der Deutsche Mieterbund und der Bauherren-Schutzbund, Veröffentlichung 22. September 2026.
Ist eine höhere Abrechnung deshalb falsch?
Nein. Der Heizspiegel ist ein Vergleich aus einem ausgewerteten Bestand, keine gesetzliche Obergrenze. Ob die Abrechnung der Heizkostenverordnung entspricht, entscheidet sich an Verbrauchsschlüssel, Fläche und den Kürzungsregeln, nicht an dieser Tabelle.
Gilt das Plus bei Heizöl schon für die Abrechnung 2025?
Nein. In der Tabelle für 70 m² steht Heizöl im Abrechnungsjahr 2025 bei 1.030 Euro und 0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 1.275 Euro und plus 24 Prozent sind die Prognose für das Abrechnungsjahr 2026.
Sind 2,67 Euro je Quadratmeter derselbe Wert?
Nein. 2,67 Euro je Quadratmeter ist der Durchschnitt der gesamten warmen Betriebskosten im DMB-Betriebskostenspiegel, nicht die Heizkosten einer 70-m²-Wohnung aus dem Heizspiegel. Heizung und Warmwasser liegen in dem Spiegel bei 1,32 Euro je Quadratmeter und Monat.
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