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Von Laurin Schlereth · · 4 Min. Lesezeit

Giffey warnt vor Vergesellschaftung in Berlin

Franziska Giffey (SPD) lehnt die Berliner Vergesellschaftungspläne auf Instagram ab und warnt vor Klagen. Ihre Aussagen, das Sondierungspapier, Gegenpositionen.

Auf einen Blick

Berlins noch amtierende Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hat sich am 18. Oktober 2026 auf Instagram gegen die Vergesellschaftungspläne aus dem Sondierungspapier von Linken, Grünen und SPD gestellt. Sie erwartet jahrelange Klagen wegen der Entschädigung und weniger Neubau. Ihre eigene Partei hat das Papier mitverhandelt. Linke und Initiative sehen die Pläne anders.

Den Instagram-Beitrag selbst konnten wir nicht öffnen, weil Instagram ohne Anmeldung keine Inhalte anzeigt. Die Zitate unten stammen aus der Wiedergabe durch die Deutsche Presse-Agentur (dpa, veröffentlicht unter anderem bei SZ.de) und den Tagesspiegel vom 18. Oktober 2026. Beide geben den Beitrag übereinstimmend wieder.

Was Giffey schreibt

Aussagen von Franziska Giffey laut dpa und Tagesspiegel
ThemaAussage
Grundhaltung„Ich halte Vergesellschaftungen nicht für den richtigen Weg“
Entschädigung16 Mrd. Euro für 160.000 Wohnungen: „Das sind pro Wohnung im Schnitt: 100.000 Euro“
Klagen„Es werden Klageverfahren folgen, die sich über Jahre hinziehen.“
NeubauWohnungsunternehmen würden Bauvorhaben „stoppen oder zumindest keine neuen beginnen“
Übrige Mieter1,8 Millionen Wohnungen wären nicht betroffen, deren Mieter könnten nicht mit Mietsenkungen rechnen (Tagesspiegel)
Wirtschaft und Haushalt„gravierende Auswirkungen auf die Berliner Wirtschaft und unseren Landeshaushalt“

Stand: 18.10.2026 · Quellen: dpa via SZ.de; Tagesspiegel-Liveblog vom 18.10.2026; jeweils Wiedergabe des Instagram-Beitrags

Giffey verweist zudem auf mehr als 80.000 neue Wohnungen in den vergangenen fünf Jahren, „auch weil wir eng mit den Wohnungsbauunternehmen zusammengearbeitet haben“. Diese Zahl ist ihre Angabe; wir haben sie nicht gesondert geprüft.

Was im Sondierungspapier steht

Das Papier vom 17. Oktober 2026 sieht ein Vergesellschaftungsgesetz für private Unternehmen ab 10.000 Wohnungen vor, mit Selbstbehalt von 10.000 Wohnungen. Die Entschädigung wird bei 16 Mrd. Euro gedeckelt, unter der Maßgabe fiskalischer Tragfähigkeit. Fiskalische und rechtliche Risiken sollen bei der Gesetzesformulierung minimiert oder ausgeschlossen werden. Das Gesetz soll Mitte 2028 kommen und ein Jahr nach Verkündung greifen.

Die Zahl von 160.000 Wohnungen, auf die sich Giffeys Rechnung stützt, steht nicht im Papier. Sie geht auf Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp zurück. Eralp rechnet laut Tagesspiegel selbst mit Klagen bis zum Bundesverfassungsgericht; deshalb soll die Umsetzung erst ein Jahr nach Beschluss möglich sein.

Gegenpositionen

Positionen zur Berliner Vergesellschaftung, Stand 18.10.2026
WerPosition laut Tagesspiegel
Elif Eralp (Linke)Berlin werde mit Vergesellschaftung, Landeseigenen und Genossenschaften mehr als 50 % des Mietmarktes beeinflussen, deshalb würden die Mieten sinken
Steffen Krach (SPD-Landeschef)Der Landeshaushalt dürfe durch die Vergesellschaftung nicht belastet werden
„Deutsche Wohnen & Co enteignen“begrüßt die Einigung, die Parteien wichen aber deutlich vom Volksentscheid 2021 ab
Stefan Evers (CDU)Milliarden würden ausgegeben, „ohne dass dadurch eine einzige neue Wohnung entsteht“

Stand: 18.10.2026 · Quelle: Tagesspiegel-Liveblog vom 17./18.10.2026; Sondierungspapier vom 17.10.2026

Am 19. Oktober beraten laut Tagesspiegel SPD-Landesvorstand, Grünen-Landesausschuss und Linken-Landesvorstand über das Papier; bei der Linken entscheidet ein Parteitag voraussichtlich am 31. Oktober über Koalitionsverhandlungen.

Einordnung

Giffeys Beitrag ist eine Position in einer laufenden Debatte, keine Entscheidung. Ob die Entschädigung ausreicht, müssten am Ende Gerichte klären. Die Eckpunkte des Papiers erklärt Berlin: Vergesellschaftung ab 10.000 Wohnungen, die Gegenpläne des Bundes Hubertz kündigt Gesetz gegen Vergesellschaftung an, den rechtlichen Rahmen nach Artikel 15 GG Vergesellschaftung von Wohnungen in Berlin.

Häufige Fragen

Was hat Franziska Giffey zur Vergesellschaftung gesagt?

Laut dpa und Tagesspiegel schrieb die SPD-Politikerin am 18. Oktober 2026 auf Instagram: „Ich halte Vergesellschaftungen nicht für den richtigen Weg, um unsere Stadt nach vorne zu bringen, ein weiter überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum zu erreichen und ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“

Warum hält Giffey die Entschädigung für problematisch?

Sie rechnet 16 Milliarden Euro auf 160.000 Wohnungen um, im Schnitt 100.000 Euro pro Wohnung, und schreibt laut dpa: „Diese Entschädigung unter Wert wird nicht widerspruchsfrei bleiben. Es werden Klageverfahren folgen, die sich über Jahre hinziehen.“

Was steht dazu im Sondierungspapier?

Das Papier deckelt die Entschädigung bei 16 Milliarden Euro unter der Maßgabe, dass die fiskalische Tragfähigkeit gewährleistet wird. Fiskalische und rechtliche Risiken sollen bei der Gesetzesformulierung minimiert oder ausgeschlossen werden. Eine Zahl betroffener Wohnungen nennt das Papier nicht.

Wer vertritt andere Positionen?

Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp erwartet laut Tagesspiegel sinkende Mieten, weil Berlin mehr als 50 Prozent des Mietmarktes beeinflussen werde. Der Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ geht der Kompromiss nicht weit genug. CDU-Landeschef Stefan Evers lehnt die Pläne ab.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Angaben ohne Gewähr — Gesetze und Rechtsprechung können sich ändern. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Rechtsanwalt oder Steuerberater.