Von Laurin Schlereth · · 5 Min. Lesezeit
Wohnungsbaufonds im Deutschlandfonds: KfW soll starten
Laut SPIEGEL plant der Bund einen Wohnungsbaufonds mit 1 Mrd. Euro, die KfW soll 100 Mio. einbringen, Mietgrenze 15 €/m². Was amtlich belegt ist.
Auf einen Blick
Laut SPIEGEL (Konzeptpapier, wiedergegeben von der Agentur dts) soll im Deutschlandfonds ein Wohnungsbaufonds mit 1 Mrd. Euro entstehen, die KfW soll 100 Mio. Euro als Ankerinvestor einbringen. Gefördert werden sollen Neubauten mit höchstens 15 €/m² Miete und mindestens EH 55-Plus. Amtlich belegt ist bislang nur, dass Bund und KfW seit Dezember 2025 ein Wohnungsbau-Modul entwickeln.
Bauministerin Verena Hubertz (SPD) will privates Geld stärker in den Wohnungsbau lenken. Der SPIEGEL berichtete am 20. Oktober 2026 über ein Konzeptpapier für einen eigenen Wohnungsbaufonds. Der Artikel steht hinter einer Bezahlschranke; seine Kernaussagen hat die Nachrichtenagentur dts am selben Morgen wiedergegeben, auch Reuters berichtete. Die folgenden Angaben stammen aus diesen Berichten, soweit nicht anders gekennzeichnet.
Was laut Bericht geplant ist
| Punkt | Angabe | Beleg |
|---|---|---|
| Rahmen | Modul im bestehenden Deutschlandfonds | amtlich: Wohnungsbau-Modul in Entwicklung (BMF/KfW, 18.12.2025) |
| Gesamtvolumen | 1 Mrd. Euro | laut SPIEGEL, wiedergegeben von dts |
| Beitrag der KfW | 100 Mio. Euro als Ankerinvestor | laut SPIEGEL, wiedergegeben von dts |
| Geförderte Projekte | sozialer Wohnungsbau und Neubau mit höchstens 15 €/m² Miete | laut SPIEGEL, wiedergegeben von dts |
| Energiestandard | mindestens EH 55-Plus, Wärme zu 100 % erneuerbar | laut SPIEGEL, wiedergegeben von dts |
| Rechtsform, Laufzeit, Zugang für Anleger | nicht genannt | offen |
Stand: 20.10.2026 · Quellen: dts Nachrichtenagentur, 20.10.2026; Pressemitteilung BMF/KfW vom 18.12.2025
Dem SPIEGEL sagte Hubertz laut dts, man habe die KfW beauftragt, alle erforderlichen Schritte vorzubereiten. Mit einem eigenen Wohnungsbaufonds wolle man den Markt testen, um privates Kapital für mehr bezahlbaren und klimafreundlichen Wohnraum zu hebeln.
Was amtlich zum Deutschlandfonds feststeht
Bundesregierung und KfW haben den Deutschlandfonds am 18. Dezember 2025 gestartet. Laut der Pressemitteilung des Bundesfinanzministeriums stellt der Bund dafür öffentliche Mittel und Garantien von rund 30 Mrd. Euro bereit, die insgesamt rund 130 Mrd. Euro Investitionen auslösen sollen. Der Deutschlandfonds ist danach kein Investmentfonds, sondern eine Dachstruktur für verschiedene Bausteine; die KfW koordiniert ihn.
Zum Wohnungsbau heißt es in derselben Mitteilung, die Bundesregierung habe gemeinsam mit der KfW einen Prozess gestartet, unter dem Dach des Deutschlandfonds ein neues Modul für den Wohnungsbau zu entwickeln. Es solle private Investitionen in den Wohnungsbau forcieren. Dieselbe Formulierung steht auf der Deutschlandfonds-Seite der KfW. Eine Pressemitteilung mit den nun berichteten Zahlen fand sich bis zum Abend des 20. Oktober weder in der Pressemitteilungs-Übersicht des Bauministeriums noch auf den Deutschlandfonds-Seiten der KfW.
Mietgrenze und Effizienzstandard
Die berichtete Obergrenze von 15 Euro je Quadratmeter wäre eine Bedingung für geförderte Projekte, keine allgemeine Mietgrenze. Für bestehende Mietverhältnisse und für Wohnungen außerhalb des Fonds ändert sich dadurch nichts. Wie lange die Grenze gelten soll und ob sie sich auf die Netto- oder Bruttokaltmiete bezieht, nennen die Berichte nicht. Zum Standard EH 55-Plus und der laufenden KfW-Förderung siehe EH55-Plus-Förderung: Bund stockt Mittel auf.
Einordnung und offene Fragen
Der Fonds wäre ein weiteres Instrument neben der geplanten Bundeswohnungsbaugesellschaft, die Hubertz für 2027 angekündigt hat. Offen sind unter anderem die Rechtsform, die Frage, wer Anteile zeichnen kann, die erwartete Verzinsung und wie lange die Mietbindung gilt. Auch einen Zeitplan nennen die Berichte nicht. Belastbar wird das Vorhaben erst mit einer Veröffentlichung von Ministerium oder KfW.
Häufige Fragen
Was ist der geplante Wohnungsbaufonds im Deutschlandfonds?
Laut SPIEGEL, der sich auf ein Konzeptpapier beruft, soll unter dem Dach des Deutschlandfonds ein Modul entstehen, das privates Kapital für den Wohnungsbau mobilisiert. Die KfW soll als Ankerinvestor 100 Millionen Euro einbringen, das Gesamtvolumen soll eine Milliarde Euro betragen. Amtlich veröffentlicht sind diese Zahlen bislang nicht.
Welche Wohnungen soll der Fonds finanzieren?
Laut dem Bericht neben sozialem Wohnungsbau auch Neubauwohnungen mit einer Maximalmiete von 15 Euro je Quadratmeter. Die Gebäude sollen mindestens den Standard EH 55-Plus erfüllen, die Wärme soll zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen.
Ist der Wohnungsbaufonds offiziell bestätigt?
Teilweise. Seit dem Start des Deutschlandfonds am 18. Dezember 2025 steht in der Pressemitteilung des Bundesfinanzministeriums, dass Bundesregierung und KfW ein Modul für den Wohnungsbau entwickeln. Volumen, KfW-Anteil und Mietgrenze hat bis zum 20. Oktober 2026 weder das Bauministerium noch die KfW veröffentlicht.
Können sich private Anleger an dem Fonds beteiligen?
Das ist offen. Die Berichte sprechen von privatem Kapital, das mobilisiert werden soll, nennen aber weder Rechtsform noch Mindestanlage, Laufzeit oder Ausschüttungen. Ob der Fonds sich an institutionelle Investoren oder auch an Privatpersonen richtet, ist nicht bekannt.
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