Von Laurin Schlereth · · 4 Min. Lesezeit
GdW: Mehr Baugenehmigungen, aber trübes ifo-Klima
Der GdW sieht trotz 6,8 % mehr Baugenehmigungen im August keine Erholung, verweist auf das ifo-Klima von minus 25,1 Punkten und nennt seine Forderungen.
Auf einen Blick
Der GdW, Spitzenverband der Wohnungsunternehmen, wertet die steigenden Baugenehmigungen (August 2026: 20.600 Wohnungen, plus 6,8 %) als positives Signal, aber nicht als Erholung. Er verweist auf das ifo-Geschäftsklima im Wohnungsbau, das laut GdW im September von minus 22,5 auf minus 25,1 Punkte fiel. Bewertungen und Forderungen sind Position des Verbands.
Grundlage ist die Pressemitteilung des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vom 16. Oktober 2026. Der GdW vertritt nach eigener Angabe rund 3.000 Wohnungsunternehmen mit rund 6 Millionen Wohnungen, also vor allem Bauherren und Vermieter. Die ifo-Werte geben wir so wieder, wie der GdW sie nennt.
Die Zahlen, auf die sich der GdW stützt
| Kennzahl | Wert laut GdW |
|---|---|
| Genehmigte Wohnungen August 2026 | 20.600 (plus 6,8 % zum Vorjahresmonat) |
| Januar bis August 2026 | 169.400 (plus 12,1 %) |
| davon in Mehrfamilienhäusern | 90.600 (plus 14,5 %) |
| ifo-Geschäftsklima Wohnungsbau, September | von minus 22,5 auf minus 25,1 Punkte |
| Unternehmen mit Auftragsmangel | 41,3 % |
| Unternehmen mit stornierten Aufträgen | von 13,4 auf 14,1 % |
Stand: 16.10.2026 · Quelle: GdW-Pressemitteilung vom 16.10.2026; Genehmigungszahlen laut GdW vom Statistischen Bundesamt, Klimawerte laut GdW vom ifo Institut
Die Genehmigungszahlen decken sich mit denen des Statistischen Bundesamts, die wir in Baugenehmigungen und Baupreise August 2026 ausgewertet haben.
Wie der GdW die Lage bewertet
Präsident Axel Gedaschko sagt: „Die Genehmigungen steigen, aber die Wohnungen fehlen weiterhin.“ Nach Schätzung des Verbands braucht Deutschland jährlich rund 320.000 neue Wohnungen, darunter 100.000 Sozialwohnungen; fertig würden in diesem Jahr voraussichtlich nur rund 200.000. Die ifo-Zahlen nennt Gedaschko ein „deutliches Warnsignal“: Solange sich Neubau wirtschaftlich nicht rechne, blieben auch genehmigte Wohnungen ungebaut. Sozial orientierte Wohnungsunternehmen könnten die gestiegenen Kosten nicht einfach auf die Mieter umlegen.
Die Forderungen
Der GdW fordert einen gesetzlich abgesicherten Gebäudebasisstandard nach dem Prinzip „E wie einfach“ (Gebäudetyp E), eine dauerhaft verlässliche Neubauförderung und dass nach der Aufstockung der EH55-Plus-Förderung keine neue Förderlücke entsteht. Die für 2027 geplanten Kürzungen bei der Neubauförderung müssten überdacht werden. Die Sonderabschreibung nach § 7b EStG solle auch für den Effizienzhaus-55-Standard geöffnet werden. Von der Investorenkonferenz der Bundesregierung am 19. und 20. Oktober erwartet der Verband konkrete Verbesserungen statt Debatten um „Vergesellschaftungsphantasien“.
Abgrenzung zum ZDB
Am selben Tag hat auch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe die Zahlen kommentiert, aus Sicht der Bauunternehmen und mit Fokus auf die Förderlücke 2027. Das steht in ZDB: Förderlücke 2027 vermeiden.
Häufige Fragen
Wie viele Wohnungen wurden im August 2026 genehmigt?
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts, auf die sich der GdW beruft, wurden im August 2026 bundesweit 20.600 Wohnungen genehmigt, 6,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Von Januar bis August waren es 169.400 Wohnungen, 12,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Was sagt der GdW zum ifo-Geschäftsklima?
Laut GdW hat sich nach Zahlen des ifo Instituts das Geschäftsklima im Wohnungsbau im September erneut eingetrübt, von minus 22,5 auf minus 25,1 Punkte. 41,3 Prozent der befragten Unternehmen klagten über Auftragsmangel, der Anteil mit stornierten Aufträgen stieg von 13,4 auf 14,1 Prozent.
Wie groß ist die Lücke beim Wohnungsbau laut GdW?
GdW-Präsident Axel Gedaschko nennt einen Bedarf von jährlich rund 320.000 Wohnungen, darunter 100.000 Sozialwohnungen. In diesem Jahr würden voraussichtlich nur rund 200.000 Wohnungen fertig, sodass rund 120.000 fehlten. Das sind Schätzungen des Verbands.
Was fordert der GdW?
Einen gesetzlich abgesicherten Gebäudetyp E, eine verlässliche Neubauförderung ohne neue Förderlücke, ein Überdenken der für 2027 geplanten Kürzungen und die Öffnung der Sonderabschreibung nach § 7b EStG für den Effizienzhaus-55-Standard.
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