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Von Laurin Schlereth · · 7 Min. Lesezeit

Heizkörper bleibt kalt — nach dem Entlüften

Bleibt der Heizkörper nach dem Entlüften kalt, schuldet der Vermieter die Instandhaltung (§ 535 BGB). Eine Gradzahl nennt das BGB nicht.

Auf einen Blick

Ein Heizkörper, der nach dem Entlüften kalt bleibt, ist kein zweites Entlüften. Die Anlage muss die Wohnung in der Heizperiode gebrauchstauglich halten (§ 535 Abs. 1 Satz 2 BGB). Sinkt die Tauglichkeit, mindert sich die Miete kraft Gesetzes (§ 536 Abs. 1 BGB). Eine Gradzahl steht im BGB nicht.

Luft im einzelnen Heizkörper ist der Fall der Seite Heizkörper entlüften. Dort darf der Mieter das Ventil bedienen und muss es nicht. Dieser Text beginnt danach: Das Ventil war offen, Wasser ist gekommen, und der Körper bleibt kalt oder wird nur lauwarm, während andere Räume heizen.

Ein Körper, ein Strang, das ganze Haus

Kalter Heizkörper: wo die Ursache typischerweise sitzt
Was kalt istNaheliegender OrtWer die Anlage instand hält
Nur ein Heizkörper, die anderen werden warmThermostatventil, Anschluss oder der Körper selbstVermieter, § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB
Eine Seite der Wohnung oder ein StockwerkStrang, Absperrung, hydraulischer AbgleichVermieter, oft an der zentralen Anlage
Alle Heizkörper, auch beim NachbarnKessel, Pumpe, Brennstoff, abgestellte AnlageVermieter gegenüber jedem Mieter
Der Körper ist heiß, der Raum bleibt kaltVerdeckung, geschlossene Verkleidung, offenes Fenster über StundenDie Anlage kann in Ordnung sein. Die Raumtemperatur ist dann eine andere Frage.

Mangel ist die Tauglichkeit, nicht das Bauteil

§ 536 Abs. 1 BGB knüpft die Minderung daran, dass die Tauglichkeit zum vertragsgemäßen Gebrauch aufgehoben oder gemindert ist. Ein defektes Ventil in einem Abstellraum, der nicht beheizt werden muss, ist nicht derselbe Mangel wie ein kaltes Wohnzimmer. Maßstab ist die geschuldete Beheizbarkeit der Wohnung in der Heizperiode, nicht ein einzelnes Gerät um seiner selbst willen.

Eine gesetzliche Gradzahl gibt es nicht. Die Seite Heizperiode hält fest: Üblich ist der 1. Oktober bis 30. April, die Linie 20 bis 22 °C am Tag und 18 °C in der Nacht kommt aus der Instanzrechtsprechung, und der BGH hat in VIII ZR 38/90 die Untergrenze offengelassen. Wird diese Linie in den Wohnräumen nicht erreicht, liegt nach dieser Rechtsprechung ein Mangel vor. Die Minderung tritt mit dem Mangel ein (§ 536 Abs. 1 BGB). Eine Fristsetzung ist dafür nicht vorgeschrieben. Der Mangel ist unverzüglich anzuzeigen (§ 536c Abs. 1). Unterlässt der Mieter die Anzeige und konnte der Vermieter deshalb nicht abhelfen, dürfen die Rechte aus § 536 nicht geltend gemacht werden (§ 536c Abs. 2 Satz 2 Nr. 1). Die Anzeige sichert außerdem den Ersatz des Schadens, der aus der unterlassenen Anzeige entsteht (Abs. 2 Satz 1).

Eine Quote in Prozent steht nicht im Gesetz. Eine unerhebliche Minderung der Tauglichkeit bleibt außer Betracht (§ 536 Abs. 1 Satz 3 BGB). Im Übrigen hängt die Herabsetzung an Umfang und Dauer. Der Mietminderungsrechner ordnet Heizungsausfall nach der Schwere ein. Die Mängelanzeige ist das Schreiben an den Vermieter. Ein Temperaturprotokoll ist kein gesetzliches Formular. Es macht den Verlauf belegbar. Ohne Protokoll entfällt § 536 nicht.

Was der Mieter nicht schuldet

Thermostat tauschen, Strang spülen, Pumpe tauschen, Anlage nachfüllen: das ist Instandhaltung. Eine Kleinreparaturklausel überträgt allenfalls eng begrenzte Kosten kleiner, dem Zugriff ausgesetzter Teile, nicht die Heizungsanlage. Wer den Handwerker selbst bestellt, bewegt sich in § 536a Abs. 2 BGB. Der Anspruch auf Ersatz der erforderlichen Aufwendungen setzt voraus, dass der Vermieter mit der Beseitigung in Verzug ist oder die umgehende Beseitigung zur Erhaltung oder Wiederherstellung des Bestands der Mietsache notwendig ist. Der Artikel Mangel selbst beseitigen trennt diese beiden Wege.

Warmwasser aus derselben Therme ist ein eigener Mangel, wenn es ausbleibt oder zu kalt ist: Warmwasser zu kalt. Eine kalte Stelle am Heizkörper ersetzt diese Prüfung nicht.

Häufige Fehler

Noch einmal entlüften, wochenlang: Kommt nach dem ersten Mal sofort Wasser und bleibt der Körper kalt, sitzt die Ursache nicht in einer Luftblase.
Die ganze Miete einbehalten: § 536 senkt die Miete in dem Maß, in dem die Tauglichkeit sinkt. Ein kalter Heizkörper in einem Raum hebt die Mietzahlungspflicht nicht insgesamt auf.
Nur der Nachbar heizt, also ist alles in Ordnung: Ein einzelner Strang kann abgesperrt sein, während der Rest des Hauses warm wird. Der Vergleich zeigt den Ort, er ersetzt nicht die eigene Wohnung.

Häufige Fragen

Was gilt, wenn ein Heizkörper nach dem Entlüften kalt bleibt?

Dann ist das Entlüften erledigt und die Instandhaltung der Anlage offen. Der Vermieter schuldet den zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand (§ 535 Abs. 1 Satz 2 BGB). Betrifft die Kälte einen Wohnraum in der Heizperiode, kann ein Mangel nach § 536 Abs. 1 BGB vorliegen.

Muss ich erst eine Frist setzen, bevor die Miete sinkt?

Nein. Die Minderung tritt mit dem Mangel ein (§ 536 Abs. 1 BGB). Eine Fristsetzung ist dafür nicht vorgesehen. Der Mangel ist unverzüglich anzuzeigen (§ 536c Abs. 1). Konnte der Vermieter wegen der fehlenden Anzeige nicht abhelfen, dürfen die Rechte aus § 536 nicht geltend gemacht werden (§ 536c Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 BGB).

Gibt es eine gesetzliche Mindesttemperatur?

Nein. Das BGB nennt keine Gradzahl. Die Linie 20 bis 22 °C am Tag und 18 °C in der Nacht stammt aus der Instanzrechtsprechung. Der BGH hat in VIII ZR 38/90 die Untergrenze offengelassen. Die Heizperiode-Seite führt das aus.

Reichen ein heißer Heizkörper und ein kalter Raum?

Der Mangel bemisst sich an der Tauglichkeit des Raums, nicht an der Oberflächentemperatur des Metalls. Steht ein Möbelstück dicht vor dem Körper oder bleibt ein Fenster über Stunden offen, kann die Raumluft kalt sein, ohne dass Ventil oder Kessel defekt sind.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Angaben ohne Gewähr — Gesetze und Rechtsprechung können sich ändern. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Rechtsanwalt oder Steuerberater.