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Von Laurin Schlereth · · 5 Min. Lesezeit

Vonovia und Linke: Streit um Nebenkosten und Mieten

Geplatztes Gespräch am 13.10.2026: Was die Linke von Vonovia bei Nebenkosten fordert, was Vonovia entgegnet und welche Rechte § 556 BGB Mietern gibt.

Auf einen Blick

Ein für den 13. Oktober 2026 geplantes Gespräch zwischen Linken-Chef Luigi Pantisano und Vonovia-Chef Luka Mucic fand nicht statt; beide Seiten geben dem jeweils anderen die Schuld. Die Linke fordert Offenlegung konzerninterner Gewinne bei Nebenkosten, Vonovia weist systematische Abrechnungsfehler zurück. Für Mieter gelten unabhängig davon Wirtschaftlichkeitsgebot und Belegeinsicht nach § 556 BGB.

Beide Seiten haben am 13. Oktober 2026 eigene Erklärungen veröffentlicht. Dieser Text stellt beide Darstellungen nebeneinander. Bewertet werden die Vorwürfe hier nicht; Einzelfälle lassen sich nur anhand der jeweiligen Abrechnung klären.

Warum das Treffen platzte

Darstellungen von Die Linke und Vonovia zum geplatzten Gespräch
PunktDie LinkeVonovia
Journalistvon Anfang an auf Initiative von Vonovia Teil der Abmachungjournalistischer Begleitung des vertraulichen Gesprächs nie zugestimmt
Ortneutraler Raum nahe dem Bundestag organisiert, dann Konzernzentrale akzeptiertnach mehreren Ortsänderungen durch die Linke ins Hauptstadtbüro eingeladen
AbsageVonovia habe die Vereinbarung gebrochenDie Linke habe kurz vor dem Termin abgesagt
WeiterEinladung zu offenem, transparentem Gespräch stehtbleibt gesprächsbereit

Stand: 13.10.2026 · Quellen: Pressemitteilung Die Linke (die-linke.de); Pressemitteilung Vonovia (vonovia.com)

Die Position der Linken

Pantisano schreibt, Hunderte Mieter hätten sich gemeldet und berichteten von fragwürdigen und laut Gerichtsurteilen sogar illegalen Mieterhöhungen, undurchsichtigen Nebenkostenabrechnungen, Schimmel, kaputten Heizungen und verschleppten Reparaturen. Auf den vorab übermittelten Fragenkatalog sei keine schriftliche Antwort eingegangen.

Die Partei fordert fünf Sofortmaßnahmen. Für Nebenkosten zentral sind zwei: Betriebs- und Heizkosten, an denen konzerneigene Unternehmen mitverdienen, sollen unabhängig überprüft und Kosten, Preise und konzerninterne Gewinne offengelegt werden. Und wenn Vonovia einen Fehler feststellt, soll der Konzern alle vergleichbaren Fälle automatisch prüfen und Überzahlungen erstatten. Weitere Forderungen betreffen Mieterhöhungen, Mängel und die Abgrenzung von Reparatur und Modernisierung, etwa beim Austausch von Rauchmeldern.

Die Position von Vonovia

Vonovia erklärt, umlagefähige Dienstleistungen professionell und rechtmäßig zu erbringen und korrekt abzurechnen. Dienstleistungen rund um Sicherheit und Wartung erbringe man häufig mit Schwesterunternehmen; dem BGH zufolge sei unerheblich, ob ein Vermieter interne oder externe Dienstleister beauftrage. Die durchschnittlichen Nebenkosten lägen im Bereich der Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds, Heizung und Warmwasser machten mehr als 40 % aus und seien ein durchlaufender Posten.

Belege lege man per App, Post oder persönlich vor. Fehler bei Abrechnungen des Dienstleisters G+D seien geklärt und zurückgezahlt. Die rund 700 von der Linken angesprochenen Fälle belegten aus Sicht des Unternehmens kein strukturelles Fehlverhalten; für eine Prüfung brauche man die Adressen.

Was das Gesetz Mietern gibt

Unabhängig vom Vermieter gelten dieselben Regeln. Über Vorauszahlungen ist jährlich abzurechnen, dabei ist der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit zu beachten (§ 556 Abs. 3 Satz 1 BGB). Auf Verlangen muss der Vermieter Einsicht in die Belege gewähren und darf sie elektronisch bereitstellen (§ 556 Abs. 4 BGB). Einwendungen sind spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung mitzuteilen (§ 556 Abs. 3 Satz 5 BGB). Mehr dazu unter Wirtschaftlichkeitsgebot und Belegeinsicht.

Häufige Fragen

Warum ist das Gespräch zwischen Vonovia und der Linken geplatzt?

Die Darstellungen widersprechen sich. Die Linke sagt, ein unabhängiger Journalist sei von Anfang an Teil der Abmachung gewesen und Vonovia habe die Teilnahme abgelehnt. Vonovia erklärt, einer journalistischen Begleitung des vertraulichen Gesprächs habe man von Anfang an nicht zugestimmt; beide Seiten hätten danach öffentlich berichten können.

Was fordert die Linke bei den Nebenkosten?

Betriebs- und Heizkosten, an denen konzerneigene Unternehmen mitverdienen, sollen unabhängig überprüft werden. Vonovia soll Kosten, Preise und konzerninterne Gewinne offenlegen, fehlerhafte Abrechnungen für alle Betroffenen korrigieren und Überzahlungen erstatten.

Wie antwortet Vonovia auf die Vorwürfe?

Vonovia erklärt, umlagefähige Dienstleistungen rechtmäßig zu erbringen und korrekt abzurechnen. Die durchschnittlichen Nebenkosten lägen im Bereich des Betriebskostenspiegels des Deutschen Mieterbunds, Belege stelle man per App, Post oder persönlich bereit. Die rund 700 genannten Fälle belegten kein strukturelles Fehlverhalten.

Welche Rechte haben Mieter bei der Nebenkostenabrechnung unabhängig vom Vermieter?

Der Vermieter muss den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit beachten (§ 556 Abs. 3 BGB) und auf Verlangen Einsicht in die Belege gewähren; er darf sie elektronisch bereitstellen (§ 556 Abs. 4 BGB). Einwendungen sind spätestens zwölf Monate nach Zugang der Abrechnung mitzuteilen.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung dar. Angaben ohne Gewähr — Gesetze und Rechtsprechung können sich ändern. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Rechtsanwalt oder Steuerberater.