Von Laurin Schlereth · · 5 Min. Lesezeit
Inflation September 2026: 3,3 %, Kaltmieten +1,9 %
Inflation im September 2026 bei 3,3 %, Nettokaltmieten +1,9 %, Strom −5,5 %. Was die Zahlen für Indexmieten nach § 557b BGB und Heizkosten bedeuten.
Auf einen Blick
Die Inflationsrate lag im September 2026 bei 3,3 %, die Nettokaltmieten stiegen um 1,9 %, Strom wurde um 5,5 % billiger (Destatis, 13.10.2026). Für Indexmieten nach § 557b BGB zählt der Verbraucherpreisindex, der im September bei 126,6 Punkten (2020 = 100) lag.
Das Statistische Bundesamt hat am 13. Oktober 2026 das vorläufige Ergebnis bestätigt. Im August hatte die Rate bei 2,9 %, im Juli bei 2,8 % gelegen. Der Anstieg geht laut Destatis erneut auf die Energiepreise zurück, besonders auf Kraftstoffe und Heizöl.
Die wohnungsrelevanten Werte
| Position | Veränderung zum Vorjahresmonat |
|---|---|
| Verbraucherpreisindex gesamt | +3,3 % |
| Nettokaltmieten | +1,9 % |
| Energie insgesamt | +14,9 % |
| Leichtes Heizöl | +74,9 % |
| Brennholz, Pellets, feste Brennstoffe | +15,6 % |
| Strom | −5,5 % |
| Erdgas ohne Betriebskosten | −2,8 % |
| Fernwärme | −1,0 % |
| Wasserversorgung und andere Dienstleistungen für die Wohnung | +3,7 % |
| Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie) | +2,4 % |
Stand: 13.10.2026 · Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 364
Die Nettokaltmieten stiegen mit 1,9 % langsamer als die Gesamtrate von 3,3 %. Destatis bezeichnet sie dennoch als bedeutsam für die Preisentwicklung insgesamt.
Was der Index für Indexmieten bedeutet
Eine Indexmiete koppelt die Miete an den vom Statistischen Bundesamt ermittelten Verbraucherpreisindex (§ 557b Abs. 1 BGB). Maßgeblich ist der Gesamtindex, nicht die Teilposition Nettokaltmiete. Für September 2026 liegt er bei 126,6 Punkten auf Basis 2020 = 100.
Die Mechanik steht in § 557b BGB: Die Miete muss jeweils mindestens ein Jahr unverändert bleiben (Abs. 2). Die Anpassung erklärt der Vermieter in Textform und nennt die Indexänderung sowie die neue Miete oder den Erhöhungsbetrag in Euro. Zu zahlen ist die geänderte Miete ab dem übernächsten Monat nach Zugang der Erklärung (Abs. 3). Eine Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete nach § 558 BGB ist während der Indexmiete ausgeschlossen.
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Stand der Index bei der letzten Anpassung bei 120,0 Punkten und beträgt die Nettokaltmiete 800 Euro, ergibt der Septemberwert 126,6 eine Steigerung von 5,5 %. Die Miete könnte damit auf 844 Euro steigen.
| Schritt | Wert |
|---|---|
| Index bei letzter Anpassung (angenommen) | 120,0 |
| Index September 2026 | 126,6 |
| Änderung: 126,6 ÷ 120,0 − 1 | +5,5 % |
| Miete bisher (angenommen) | 800,00 € |
| Miete neu: 800 € × 126,6 ÷ 120,0 | 844,00 € |
Wann eine Indexerklärung zugeht und ab wann sie wirkt, erklärt Indexmiete: Erhöhung und Zugang. Den Unterschied zur Staffelmiete zeigt Indexmietvertrag oder Staffelmiete.
Strom billiger, Heizöl deutlich teurer
Für die Nebenkosten laufen die Energieträger auseinander. Strom, Erdgas und Fernwärme lagen unter dem Vorjahresniveau, laut Destatis teilweise wegen Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung seit Jahresbeginn. Leichtes Heizöl kostete dagegen 74,9 % mehr als im September 2025. Wie Heizkosten in die Abrechnung kommen, beschreibt Heizkosten in der Nebenkostenabrechnung.
Häufige Fragen
Wie hoch war die Inflation im September 2026?
Die Inflationsrate lag laut Statistischem Bundesamt bei 3,3 Prozent gegenüber September 2025, der höchste Wert seit Dezember 2023. Gegenüber August 2026 stiegen die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent.
Wie stark sind die Nettokaltmieten gestiegen?
Um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Mieten stiegen damit deutlich langsamer als die Verbraucherpreise insgesamt, die um 3,3 Prozent zulegten.
Was bedeutet die Inflation für eine Indexmiete?
Bei einer Indexmiete nach § 557b BGB folgt die Miete dem Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts. Eine Erhöhung muss der Vermieter in Textform erklären, mit Indexänderung und neuer Miete oder Erhöhungsbetrag; zu zahlen ist sie ab dem übernächsten Monat nach Zugang. Die Miete muss jeweils mindestens ein Jahr unverändert bleiben.
Warum sank der Strompreis, obwohl Energie teurer wurde?
Strom kostete im September 2026 5,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, Erdgas 2,8 Prozent und Fernwärme 1,0 Prozent weniger. Destatis führt das teilweise auf seit Jahresbeginn umgesetzte Maßnahmen der Bundesregierung zurück. Energie insgesamt verteuerte sich vor allem wegen Kraftstoffen und Heizöl um 14,9 Prozent.
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