Von Laurin Schlereth · · 4 Min. Lesezeit
Berlin: WBS-Quote im Bestand und 2-%-Mietendeckel
Berliner Sondierungspapier: WBS-Quote für Bestandswohnungen per Wohnraumbewirtschaftungsgesetz, Mietsteigerung bei Landeseigenen höchstens 2 % pro Jahr.
Auf einen Blick
Laut Berliner Sondierungspapier vom 17. Oktober 2026 soll innerhalb eines Jahres ein Wohnraumbewirtschaftungsgesetz eine verbindliche WBS-Quote für Bestandswohnungen und Instandhaltungsrücklagen großer Vermieter einführen. Bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen sollen Mieten um höchstens 2 % pro Jahr steigen. Höhe und Reichweite der Quote nennt das Papier nicht.
Beide Punkte stehen im Abschnitt „Recht und Ordnung auf dem Wohnungsmarkt“ des Sondierungspapiers. Gesetzentwürfe gibt es noch nicht.
Die zwei Vorhaben im Überblick
| Vorhaben | Inhalt laut Papier | Offen |
|---|---|---|
| WBS-Quote im Bestand | verbindliche Quote für Bestandswohnungen, Grundlage innerhalb eines Jahres | Höhe, betroffene Vermieter, Kontrolle |
| Instandhaltungsrücklagen | für große Vermieter, im selben Gesetz | Schwelle für „groß“, Höhe |
| Mietendeckel Landeseigene | Mietsteigerungen höchstens 2 % pro Jahr | Startzeitpunkt |
| Leistbarkeitsversprechen | wird evaluiert und ggf. angepasst | Inhalt der Anpassung |
Stand: 17.10.2026 · Quelle: Sondierungspapier „Mehr gemeinsam, mehr Berlin“ vom 17.10.2026; Tagesspiegel vom 18.10.2026
Was ein WBS ist
Der Wohnberechtigungsschein nach § 27 WoFG weist nach, dass ein Haushalt die Einkommensgrenze für geförderten Wohnraum einhält. § 27 WoFG knüpft die WBS-Pflicht an geförderten Wohnraum. Das Papier spricht von einer Quote für Bestandswohnungen und lässt offen, welche Wohnungen genau erfasst werden. Der Tagesspiegel versteht es so, dass auch private Vermieter einen Anteil frei werdender Wohnungen an Haushalte mit geringem Einkommen vergeben müssten. Wie der WBS funktioniert, erklärt Wohnberechtigungsschein (WBS).
Abgrenzung zu anderen Artikeln
Die Forderungen der Linken vor der Sondierung, darunter ein Mietendeckel, behandelt Linke: Indexmiete abschaffen, Mietendeckel. Dieser Artikel beschreibt das gemeinsame Ergebnis von Linken, Grünen und SPD. Zu den anderen Wohnpunkten siehe Vergesellschaftung ab 10.000 Wohnungen und Mietenaufsicht und Mietwucher. Zur Rücklage bei Eigentümergemeinschaften siehe Instandhaltungsrücklage.
Häufige Fragen
Was ist die geplante WBS-Quote für Bestandswohnungen?
Laut Berliner Sondierungspapier soll innerhalb eines Jahres eine gesetzliche Grundlage für eine verbindliche WBS-Quote für Bestandswohnungen geschaffen werden, im Rahmen eines Wohnraumbewirtschaftungsgesetzes. Wie hoch die Quote sein soll und wen sie trifft, nennt das Papier nicht.
Was regelt das Wohnraumbewirtschaftungsgesetz noch?
Neben der WBS-Quote nennt das Papier Instandhaltungsrücklagen großer Vermieter. Einen Entwurf gibt es noch nicht.
Wie hoch dürfen Mieten bei landeseigenen Wohnungsunternehmen steigen?
Nach dem Papier höchstens 2 Prozent pro Jahr. Das Leistbarkeitsversprechen soll evaluiert und gegebenenfalls angepasst werden, die Investitionsfähigkeit der Unternehmen soll gewährleistet bleiben.
Gilt der 2-%-Deckel auch für private Vermieter?
Nein. Das Papier bezieht den Deckel ausdrücklich auf die landeseigenen Wohnungsunternehmen. Für private Vermieter gelten weiter die Regeln des BGB, etwa die Kappungsgrenze nach § 558 Abs. 3 BGB.
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